Gehen Sie wählen? Nein, bringt doch eh nix!

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Gehen Sie wählen? Nein, bringt doch eh nix!

Beitragvon Orakel » 7. Nov 2012 17:52

F: "Gehen Sie wählen?"
A: "Nein, meine Stimme zählt doch nichts. Ich will meine Grünen wählen, und was ist? Die CDU hat die Macht, was ICH aber garnicht will. Da lass ich es lieber gleich sein, mit dem Wählen."

So oder ähnlich könnte ein typischer Dialog zum Thema Wahlbeteiligung anfangen. Die Wahlbeteiligung ist niedrig; und das möchte ich ändern. Wenn Sie Sich diesen Bericht von mir durchlesen, verstehen Sie vielleicht besser, warum Sie wählen sollten.

Die Wahlbeteiligung sinkt. Warum?

Schlechte Erfahrungen sind in der Demokratie leider keine Seltenheit. Diese können in verschiedenen Formen auftreten: Zum einen können schlechte Erfahrungen auf das Wahlergebnis zurückführen: Da steht der brave Bürger extra früher auf, um "seine" Partei zu wählen, und welche Partei hat am Ende die meisten Stimmen? Richtig, eine andere.
So könnten viele Bürger enttäuscht sein, und bei der nächsten Wahl einfach nicht mehr hingehen, da "Wählen doch eh nichts bringt".

Aber diese Einstellung ist nicht nur falsch, sondern auch gefährlich!

Wenn die Wahlbeteiligung sinkt, bekommen einzelne Stimmen viel mehr Macht. Warum das gefährlich ist?
Ich würde behaupten, dass die meisten Wähler garnicht wissen, was die Parteien eigentlich für Ziele verfolgen, und wählen daher die bekanntesten Parteien wie z.B. die CDU oder die SPD. Solche Wähler sind "untreu" und würden vielleicht bei der nächsten Wahl ihre Stimme enthalten. Die Wahlbeteiligung sinkt.
Dann gibt es die Wähler, die genau wissen, was "ihre" Partei für Ziele verfolgt und die sie auch gut finden. Dies sind die "treuen" Wähler, die nichts davon abhalten kann, zur Wahl zu gehen.

Da nun die einzelnen Stimmen mehr Wert bekommen, profitieren natürlich die Parteien mit den treuen Wählern; auch die Randparteien wie z.B. die NPD.
Darüber hinaus gibt es noch die Protestwähler, die einfach mal ihre Stimme einer Randpartei geben, da sie "ihre" Partei enttäuscht hat. Wenn diese besagte Randpartei die NPD ist, dann wäre diese bei der nächsten Wahl sehr stark, vielleicht sogar stark genug!
Dies sind die Gefahren einer Nichtwahl.

Also, wenn wieder die Wahlen anstehen, dann gehen Sie wählen!!! Denken Sie immer daran: Auch wenn Sie nicht wählen gehen, könnten Sie auch gefährliche Randparteien unterstützen; auch wenn Sie das garnicht merken ;)
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Re: Gehen Sie wählen? Nein, bringt doch eh nix!

Beitragvon ToBeFree » 8. Nov 2012 18:57

Guter Thread; leider ist das Publikum zu klein :D - vielleicht sollten ähnliche Erklärungen (Kurzform) als Werbeplakate aufgehängt werden. Ca. 50% der deutschen wahlberechtigten Bürger scheinen genau das nämlich nicht zu verstehen.

Ich frage mich, wie viele Bürger tatsächlich die Auswirkungen ihres Nichtwählens verstehen. Allzu viele werden es nicht sein.
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Re: Gehen Sie wählen? Nein, bringt doch eh nix!

Beitragvon yury » 23. Nov 2012 16:13

Zunächst mal @ToBeFree: Werbeplakate gibt es zwar nicht, aber es ist doch gang und gäbe, dass alle Politiker (und nicht nur vor Wahlen) die Menschen zum Wählengehen aufrufen.

@Orakel: Ich halte Deine Analyse der Gründe für die geringe Wahlbeteiligung ehrlich gesagt für Blödsinn. Kaum jemand wird nicht mehr wählen gehen, weil die Partei, die er gewählt hat, die Wahl nicht mehr gewonnen hat. Ein viel wichtiger Grunde ist meiner Meinung nach, dass viele Bürger sich durch die Politiker und Parteien in der "repräsentativen" Demokratie nicht mehr repräsentiert fühlen. Sie sehen, dass seit Jahrzehnten - egal, welche Parteien gewählt werden - die Interessen der Mehrheit der Menschen mit Füßen getreten werden. Sie sehen, dass die Politik nicht von den Wählern, sondern von den finanzkräftigen Lobbys bestimmt wird. Ich möchte den Gedanken, dass "wählen doch eh nichts bringt", gar nicht werten, aber er beruht einfach nur auf Erfahrungswerten. Das kann man jetzt - je nachdem, wie viel Vertrauen man in unser politisches System hat - falsch oder richtig finden (Orakel: "falsch und gefährlich"), aber man kann die Menschen nicht dafür verurteilen, dass ihre Erfahrungen eine wichtige Rolle in ihrem Entscheidungsprozess spielen.

Falsch und gefährlich ist vielmehr die Behauptung, dass "die meisten Wähler garnicht wissen, was die Parteien eigentlich für Ziele verfolgen". Was spricht eigentlich gegen den wohlgesonnenen Diktator, der doch so viel besser weiß als die Menschen selbst, was für sie gut ist? Die sind doch sowieso zu dumm für Demokratie!
Auch ToBeFrees Statement geht in diese Richtung ("die verstehen das alle nicht").

Dass "die Randparteien wie z.B. die NPD" (allein das Wort "Randparteien": Die NPD ist nicht deshalb schlecht, weil sie eine menschenverachtende Ideologie vertritt; nein, nur deshalb, weil sie am Rand steht!) diejenigen mit den meisten "treuen Wählern" sind, wage ich trotz wunderschöner farblicher Markierung mal zu bezweifeln. Es gibt sicherlich - wie bei jeder Partei - einen harten Kern an treuen NPD-Wählern; an der 5%-Hürde kratzen kann die Partei aber nur mit verzweifelten Protestwählern, die nicht wissen, wohin mit ihrer Stimme. Auch wenn die Wahlbeteiligung bei 40% läge, käme die NPD allein mit ihren "treuen Wählern" wohl nicht weit. Gegen die These von den treuen NPD-Wählern spricht auch, dass ihre Stimmenzahl bei Wahlen stark fluktuiert.
Ist nicht viel eher die CDU ein Beispiel für eine Partei mit vielen (oft älteren) treuen Wählern, die seit 50 Jahren CDU wählen und noch nie eine andere Partei gewählt haben? Empirische Untersuchungen zeigen auch, dass Wähler, die einmal die Grünen gewählt haben, der Partei meistens treu bleiben.


Fazit: Der Gedanke, einen Großteil der wahlberechtigten Bürger in Deutschland für dumm zu erklären, nur weil sie nicht oder ungültig wählen gehen, ist Quatsch. Es stimmt auch nicht, dass die Wahlberechtigten nicht auf allen Kanälen mit genau der Botschaft, die Orakel, ToBeFree und z.B. auch hako in der Schachburg verbreiten, zugelabert werden. Das heißt nur nicht, dass sie sie ungefiltert übernehmen - und daran würden auch Werbeplakate wohl nichts ändern. Wie viele Talkshows zum Thema "Politikverdrossenheit", in denen irgendwelche Politiker ihre Theorien ("den Deutschen geht es so gut, deshalb finden sie Wählen unwichtig") verbreiten, muss es denn noch geben, bevor ihr versteht, dass das elfte Gebot "du sollst wählen gehen" keineswegs ein mediales Randdasein führt?
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Re: Gehen Sie wählen? Nein, bringt doch eh nix!

Beitragvon ToBeFree » 23. Nov 2012 18:20

yury hat geschrieben:Zunächst mal @ToBeFree: Werbeplakate gibt es zwar nicht, aber es ist doch gang und gäbe, dass alle Politiker (und nicht nur vor Wahlen) die Menschen zum Wählengehen aufrufen.


Das finde ich auch gut so, die Plakate vertreten aber immer nur die Meinung der einzelnen Parteien und sind nie generell dafür gemacht, die Bürger zum Wählen zu animieren.



@Orakel: Ich halte Deine Analyse der Gründe für die geringe Wahlbeteiligung ehrlich gesagt für Blödsinn. Kaum jemand wird nicht mehr wählen gehen, weil die Partei, die er gewählt hat, die Wahl nicht mehr gewonnen hat. Ein viel wichtiger Grunde ist meiner Meinung nach, dass viele Bürger sich durch die Politiker und Parteien in der "repräsentativen" Demokratie nicht mehr repräsentiert fühlen. Sie sehen, dass seit Jahrzehnten - egal, welche Parteien gewählt werden - die Interessen der Mehrheit der Menschen mit Füßen getreten werden. Sie sehen, dass die Politik nicht von den Wählern, sondern von den finanzkräftigen Lobbys bestimmt wird.


Ja, da bin ich gleicher Meinung. Es gibt aber auch Parteien, die genau das ändern wollen (durch Volksentscheide etc.); mir erschließt sich nicht ganz, warum dann nicht für diese Parteien gewählt wird.


Ich möchte den Gedanken, dass "wählen doch eh nichts bringt", gar nicht werten, aber er beruht einfach nur auf Erfahrungswerten. Das kann man jetzt - je nachdem, wie viel Vertrauen man in unser politisches System hat - falsch oder richtig finden (Orakel: "falsch und gefährlich"), aber man kann die Menschen nicht dafür verurteilen, dass ihre Erfahrungen eine wichtige Rolle in ihrem Entscheidungsprozess spielen.


Jein. Zu viele Nichtwähler sind de facto "gefährlich" für eine Demokratie, das ist eine Tatsache. Dass Erfahrungen die Entscheidungen beeinflussen, ist eigentlich kein Problem; die Entscheidung, nicht wählen zu gehen, weil man "sowieso nichts ändern kann", halte ich durchaus für verurteilenswert.


Falsch und gefährlich ist vielmehr die Behauptung, dass "die meisten Wähler garnicht wissen, was die Parteien eigentlich für Ziele verfolgen". Was spricht eigentlich gegen den wohlgesonnenen Diktator, der doch so viel besser weiß als die Menschen selbst, was für sie gut ist? Die sind doch sowieso zu dumm für Demokratie!
Auch ToBeFrees Statement geht in diese Richtung ("die verstehen das alle nicht").


"Die meisten Wähler" ist mit großer Wahrscheinlichkeit eine Übertreibung, aber wenn du z.B. beliebige Wähler fragst, was die Meinung ihrer Partei zum EEG ist, werden auch folgende Antworten kommen:

  • Was ist das nochmal?
  • Äh, keine Ahnung.
  • Ist mir egal

...auch das halte ich für eine Tatsache - die Antworten werden sinngemäß, wenn auch nicht wörtlich, von einem nicht allzu kleinen Teil der Befragten kommen. Außerdem gibt es mit Sicherheit viele Menschen, die die falsche Partei wählen bzw. eine Partei wählen, die ihre eigene Meinung schlechter vertritt als eine andere Partei.

Ich frage mich aber, warum das eine Diktatur legitimieren sollte. Nur, weil die Menschen nicht wissen, wer ihre Meinung vertreten kann, sind sie noch lange nicht meinungslos.


Auch ToBeFrees Statement geht in diese Richtung ("die verstehen das alle nicht").


Dann habe ich mein Statement falsch formuliert oder du hast es falsch verstanden; in dem Fall bezog es sich nur darauf, dass viele Menschen die möglichen Folgen ihres Nichtwählens wahrscheinlich nicht begreifen, und zu dieser Position stehe ich.


Dass "die Randparteien wie z.B. die NPD" (allein das Wort "Randparteien": Die NPD ist nicht deshalb schlecht, weil sie eine menschenverachtende Ideologie vertritt; nein, nur deshalb, weil sie am Rand steht!) diejenigen mit den meisten "treuen Wählern" sind, wage ich trotz wunderschöner farblicher Markierung mal zu bezweifeln. Es gibt sicherlich - wie bei jeder Partei - einen harten Kern an treuen NPD-Wählern; an der 5%-Hürde kratzen kann die Partei aber nur mit verzweifelten Protestwählern, die nicht wissen, wohin mit ihrer Stimme. Auch wenn die Wahlbeteiligung bei 40% läge, käme die NPD allein mit ihren "treuen Wählern" wohl nicht weit. Gegen die These von den treuen NPD-Wählern spricht auch, dass ihre Stimmenzahl bei Wahlen stark fluktuiert.
Ist nicht viel eher die CDU ein Beispiel für eine Partei mit vielen (oft älteren) treuen Wählern, die seit 50 Jahren CDU wählen und noch nie eine andere Partei gewählt haben? Empirische Untersuchungen zeigen auch, dass Wähler, die einmal die Grünen gewählt haben, der Partei meistens treu bleiben.


Das kann gut sein, auch hier stimme ich zu^^


Fazit: Der Gedanke, einen Großteil der wahlberechtigten Bürger in Deutschland für dumm zu erklären, nur weil sie nicht oder ungültig wählen gehen, ist Quatsch.


Finde ich nicht. Wenn sie die möglichen Folgen ihres Handelns tatsächlich begreifen würden und trotzdem nicht wählen gehen würden, wäre es sogar noch schlimmer - so ist es einfach nur dumm, und gegenteilige Behauptungen halte ich für Verharmlosungen des Problems.

Es stimmt auch nicht, dass die Wahlberechtigten nicht auf allen Kanälen mit genau der Botschaft, die Orakel, ToBeFree und z.B. auch hako in der Schachburg verbreiten, zugelabert werden. Das heißt nur nicht, dass sie sie ungefiltert übernehmen - und daran würden auch Werbeplakate wohl nichts ändern. Wie viele Talkshows zum Thema "Politikverdrossenheit", in denen irgendwelche Politiker ihre Theorien ("den Deutschen geht es so gut, deshalb finden sie Wählen unwichtig") verbreiten, muss es denn noch geben, bevor ihr versteht, dass das elfte Gebot "du sollst wählen gehen" keineswegs ein mediales Randdasein führt?


Das würde die Situation nur noch schlimmer machen (und aus "dumm" ein "unbelehrbar dumm") - oder etwa nicht? ;)
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Re: Gehen Sie wählen? Nein, bringt doch eh nix!

Beitragvon Orakel » 24. Nov 2012 12:54

yury hat geschrieben:@Orakel: Ich halte Deine Analyse der Gründe für die geringe Wahlbeteiligung ehrlich gesagt für Blödsinn


Ein Hoch auf die Meinungsfreiheit! :lol: Ich mag meine Analyse, wahrscheinlich aus dem Grund, da ich sie 1:1 aus einer Klausur von mir abgetippt habe, die als "sehr gut" bewertet wurde.
Und immer schön fröhlich bleiben!

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Re: Gehen Sie wählen? Nein, bringt doch eh nix!

Beitragvon yury » 25. Nov 2012 15:53

Orakel hat geschrieben:Ein Hoch auf die Meinungsfreiheit! :lol: Ich mag meine Analyse, wahrscheinlich aus dem Grund, da ich sie 1:1 aus einer Klausur von mir abgetippt habe, die als "sehr gut" bewertet wurde.
Und immer schön fröhlich bleiben!

LG Orakel


Erst mal herzlichen Glückwunsch zur Klausur :)

1. Meinungsfreiheit finde ich auch ganz gut... Ich lasse Dir auch Deine Meinung, was mich aber nicht daran hindert, dagegen zu argumentieren... ;)
2. Die Bewertung Deiner Klausur sagt leider wenig über die Stichhaltigkeit der Analyse aus. Dein Lehrer darf ja auch - selbst wenn er (was unwahrscheinlich ist) anderer Meinung ist - zum Glück gar nicht nach seiner Meinung bewerten. Wenn Du Argumente für Deine Meinung anführst - und das hast Du getan - ist die Analyse nach Schulmaßstäben gut.
3. Ich bin fröhlich :)
4. Schade, dass Du nicht auf ein einziges meiner Argumente eingegangen bist.

@ToBeFree
Das finde ich auch gut so, die Plakate vertreten aber immer nur die Meinung der einzelnen Parteien und sind nie generell dafür gemacht, die Bürger zum Wählen zu animieren.


Es gibt aber nicht nur die Wahlplakate (die zur Wahl einer bestimmten Partei aufrufen), sondern auch viele gemeinsame Statements, in denen sich die Politiker der "demokratischen" Parteien zusammenrotten und die Bürger zur Wahl einer solchen aufrufen.

Ja, da bin ich gleicher Meinung. Es gibt aber auch Parteien, die genau das ändern wollen (durch Volksentscheide etc.); mir erschließt sich nicht ganz, warum dann nicht für diese Parteien gewählt wird.


Weil die Menschen die Erfahrung gemacht haben, dass die Parteien, die angeblich für alternative Positionen stehen, spätestens in Regierungsbeteiligung ebenfalls Politik gegen die Mehrheit der Menschen gemacht haben. Macht korrumpiert.

"Die meisten Wähler" ist mit großer Wahrscheinlichkeit eine Übertreibung, aber wenn du z.B. beliebige Wähler fragst, was die Meinung ihrer Partei zum EEG ist, werden auch folgende Antworten kommen:


Nur weil nicht alle die Feinheiten der Gesetze kennen, heißt das noch lange nicht, dass sie nicht die grundlegenden Positionen der Parteien nicht kennen.

Dann habe ich mein Statement falsch formuliert oder du hast es falsch verstanden; in dem Fall bezog es sich nur darauf, dass viele Menschen die möglichen Folgen ihres Nichtwählens wahrscheinlich nicht begreifen, und zu dieser Position stehe ich.


Welche möglichen Folgen denn bitte? So wie im März 1933 mit fast 90% Wahlbeteiligung? Ist es diese "mögliche Gefahr", auf die Du anspielst? Das Problem heißt Rassismus - und der geht bis weit in die Mitte der Gesellschaft - und nicht Nichtwählen!
Wenn die NPD in einigen Bundesländern an der 5%-Hürde kratzt oder sie gar überspringt, dann möchte ich eine Diskussion über die Gründe der NPD-Wähler führen und nicht über die Nichtwähler, die das ermöglicht haben!

Das würde die Situation nur noch schlimmer machen (und aus "dumm" ein "unbelehrbar dumm") - oder etwa nicht?


Nur wenn man die Grundthese übernimmt, dass Nichtwählen etwas mit Dummheit zu tun hat.
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Re: Gehen Sie wählen? Nein, bringt doch eh nix!

Beitragvon Orakel » 25. Nov 2012 17:56

yury hat geschrieben:Ich lasse Dir auch Deine Meinung, was mich aber nicht daran hindert, dagegen zu argumentieren...


Und das soll auch so sein; was wäre denn sonst im Forum los? :lol:

yury hat geschrieben:Wenn Du Argumente für Deine Meinung anführst - und das hast Du getan - ist die Analyse nach Schulmaßstäben gut.


Ich kann nur das in die Analyse schreiben, was mir beigebracht wird. Dass es ein Schulsystem (Bewertungssystem) gibt, ist mir bewusst.

yury hat geschrieben:Ich bin fröhlich


Das freut mich :)

yury hat geschrieben:Schade, dass Du nicht auf ein einziges meiner Argumente eingegangen bist.


Das hatte, ähm, andere Gründe.. :oops: Aber es kann nachgeholt werden:

yury hat geschrieben:Kaum jemand wird nicht mehr wählen gehen, weil die Partei, die er gewählt hat, die Wahl nicht mehr gewonnen hat


Doch, mit dem kleinen Kreuzchen entsteht (bei vielen Leuten) eine Art Wettbewerb-Atmosphäre. Was wollen denn Wähler, die für eine Partei stimmen? Dass die Partei an die Macht kommt und ihre Ziele verfolgen kann. Und wenn der brave Bernd immer und immer wieder seine grauen Panther wählt, und diese immer und immer wieder von den Wahlergebnissen her im Keller sind, dann hat auch der brave Bernd irgendwann keinen Bock mehr.
[quote"yury"]Sie sehen, dass seit Jahrzehnten - egal, welche Parteien gewählt werden - die Interessen der Mehrheit der Menschen mit Füßen getreten werden. Sie sehen, dass die Politik nicht von den Wählern, sondern von den finanzkräftigen Lobbys bestimmt wird[/quote]
Das ist, keine Frage, auch ein wichtiger Punkt!
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Re: Gehen Sie wählen? Nein, bringt doch eh nix!

Beitragvon yury » 25. Nov 2012 19:36

Orakel hat geschrieben:Doch, mit dem kleinen Kreuzchen entsteht (bei vielen Leuten) eine Art Wettbewerb-Atmosphäre. Was wollen denn Wähler, die für eine Partei stimmen? Dass die Partei an die Macht kommt und ihre Ziele verfolgen kann. Und wenn der brave Bernd immer und immer wieder seine grauen Panther wählt, und diese immer und immer wieder von den Wahlergebnissen her im Keller sind, dann hat auch der brave Bernd irgendwann keinen Bock mehr.


Empirisch ist es übrigens eher so, dass Menschen tendenziell für die Parteien stimmen, von denen sie erwarten, dass sie die Wahl gewinnen. Das hat psychologische Hintergründe, weil man lieber auf der Siegerseite ist.
Gegen Deine These spricht, dass die Wahlbeteiligung ja gerade bei älteren Menschen hoch ist und bei den Jüngeren sehr niedrig. Es ist also unwahrscheinlich, dass die niedrige Wahlbeteiligung daraus resultiert, dass man nach Jahren des vergeblichen Wählens "keinen Bock mehr" hat, weil die eigene Partei ja doch nicht an die Macht kommt.
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Re: Gehen Sie wählen? Nein, bringt doch eh nix!

Beitragvon Orakel » 25. Nov 2012 19:48

yury hat geschrieben:[...]dass die Wahlbeteiligung ja gerade bei älteren Menschen hoch ist und bei den Jüngeren sehr niedrig


Da muss man dann aber herausfinden, warum das so ist. Warum wählen die Jüngeren weniger? Weil draußen schönes Wetter ist? Auch ältere Menschen können sich was besseres vorstellen, als wählen zu gehen.
Evt. weil die Jüngeren die Einstellung von den Älteren so aufgenommen haben, dass Mutter und Vater immer brav die grauen Panther wählen und trotzdem nichts passiert, weil die Wähler der grauen Panther in der Unterzahl sind. Du musst entschuldigen; ich glaube nicht an die Siegerseite in diesem Zusammenhang. Dass sich viele Menschen gerne auf der Siegerseite sehen, ist klar, aber in diesem Zusammenhang mit der Wahl gehe ich da nicht mit. :lol:
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Re: Gehen Sie wählen? Nein, bringt doch eh nix!

Beitragvon ToBeFree » 26. Nov 2012 15:16

yury hat geschrieben:Welche möglichen Folgen denn bitte? So wie im März 1933 mit fast 90% Wahlbeteiligung? Ist es diese "mögliche Gefahr", auf die Du anspielst? Das Problem heißt Rassismus - und der geht bis weit in die Mitte der Gesellschaft - und nicht Nichtwählen!
Wenn die NPD in einigen Bundesländern an der 5%-Hürde kratzt oder sie gar überspringt, dann möchte ich eine Diskussion über die Gründe der NPD-Wähler führen und nicht über die Nichtwähler, die das ermöglicht haben!


Hm. Das stimmt allerdings. :?

Für mich besteht eine Demokratie allerdings darin, dass ein großer Teil des Volkes wählen geht, damit die Meinung des Volkes und nicht die Meinung einzelner Personen vertreten wird. Bei der Gelegenheit: Was passiert eigentlich bei einer (praktisch wohl nicht möglichen) Wahl mit 0 Bürgern, die gewählt haben? Neuwahl?
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Re: Gehen Sie wählen? Nein, bringt doch eh nix!

Beitragvon Orakel » 26. Nov 2012 15:39

Gute Frage. Obwohl so ein Szenario wahrscheinlich nie statt finden wird, da es immer Menschen geben wird, die Wählen gehen, wäre es dennoch interessant zu erfahren, was dann passieren würde...
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Re: Gehen Sie wählen? Nein, bringt doch eh nix!

Beitragvon yury » 27. Nov 2012 20:11

ToBeFree hat geschrieben:Für mich besteht eine Demokratie allerdings darin, dass ein großer Teil des Volkes wählen geht, damit die Meinung des Volkes und nicht die Meinung einzelner Personen vertreten wird.


Für mich besteht eine Demokratie jedenfalls nicht darin, dass ein großer Teil des Volkes alle 4 Jahre brav sein Kreuzchen für irgendwelche lobbyhörigen "Repräsentanten" macht, die selbst noch viel weniger Ahnung von der Materie haben als ihre Wähler und sich dann die ganze Legislaturperiode lang das große Theaterspiel von "Regierung" und "Opposition" ansehen darf, die sich wundersamerweise in so gut wie allen wichtigen Fragen immer einig sind.


ToBeFree hat geschrieben:Bei der Gelegenheit: Was passiert eigentlich bei einer (praktisch wohl nicht möglichen) Wahl mit 0 Bürgern, die gewählt haben? Neuwahl?


Du hast gerade einen Bug in der Gesetzgebung gefunden. DIVIDE_BY_ZERO_ERROR :D
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Re: Gehen Sie wählen? Nein, bringt doch eh nix!

Beitragvon ToBeFree » 27. Nov 2012 20:55

yury hat geschrieben:Für mich besteht eine Demokratie jedenfalls nicht darin, dass ein großer Teil des Volkes alle 4 Jahre brav sein Kreuzchen für irgendwelche lobbyhörigen "Repräsentanten" macht, die selbst noch viel weniger Ahnung von der Materie haben als ihre Wähler und sich dann die ganze Legislaturperiode lang das große Theaterspiel von "Regierung" und "Opposition" ansehen darf, die sich wundersamerweise in so gut wie allen wichtigen Fragen immer einig sind.

Vielleicht ändern die Piraten ja was daran, wenn man sie lässt. ;)


Du hast gerade einen Bug in der Gesetzgebung gefunden. DIVIDE_BY_ZERO_ERROR :D

Das kann auch nicht jeder von sich behaupten. :P
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Re: Gehen Sie wählen? Nein, bringt doch eh nix!

Beitragvon yury » 30. Nov 2012 18:52

ToBeFree hat geschrieben:Vielleicht ändern die Piraten ja was daran, wenn man sie lässt. ;)


Genau, dann können alle Bürger endlich sehen, wie gekauft die Politik ist. (Das ist natürlich heute noch nicht hinlänglich bekannt.) Außerdem werden bei Bundestagswahlen flüssige Stimmzettel ausgegeben.
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Na ja, jetzt wo der Hype vorbei ist, wird man sie nicht lassen. Alle Umfragen sehen sie wieder unter 5%, und daran wird wohl auch ein furioser Wahlkampf nichts ändern...like I said...
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Re: Gehen Sie wählen? Nein, bringt doch eh nix!

Beitragvon ToBeFree » 30. Nov 2012 21:21

Piraten über 5% fände ich persönlich besser als die FDP über 5%. ;)
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Beitragvon yury » 3. Dez 2012 21:23

Du vergleichst hier nicht Pest, aber immerhin Magen-Darm-Grippe mit Cholera. :D
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Re: Gehen Sie wählen? Nein, bringt doch eh nix!

Beitragvon ToBeFree » 3. Dez 2012 21:42

Erkältung war wohl zu nett? :P
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Re: Gehen Sie wählen? Nein, bringt doch eh nix!

Beitragvon yury » 3. Dez 2012 21:50

Definitiv, die hab ich seit drei Monaten :D
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Beitragvon ToBeFree » 3. Dez 2012 22:02

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